Veranstaltungen

Lebhafte Diskussionen bei den sechs Wahlpodien

Geschafft! Am 18. November haben wir die Serie von sechs öffentlichen Vorstellungen der sechs Kandidierenden für den Wahlkreis Esslingen-Bernhausen abgeschlossen.

Die Fotos stammen vom vorletzten Wahlpodium, am 15. November in Oberesslingen. Wir sechs Kandidierende sind dort thematisch ganz schön rumgekommen. Es ging darum, wie wir Kirchengemeinden bei zurückgehenden Mitgliederzahlen attraktiv erhalten und neue Initiativen fördern. Es ging um Umweltschutz und das Engagement gegen Rüstungsexporte und um die Segnung von lesbischen und schwulen Paaren.

Dass die vielen zusätzlichen Abendtermine Kraft gekostet haben, sieht man unseren Augenringen durchaus an... Vielen Dank für alle Unterstützung!

Die Fotos hat Christoph Reusch gemacht.

Einen Bericht von den weiteren Wahlpodien finden Sie gleich hier drunter.

Eindrücke von den Wahlpodien

In Esslingen standen am 5. November im Theodor-Rothschild-Haus die Jugendarbeit und die Rechte für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fokus. Wir von „Christen miteinander“ sind ganz klar der Meinung: Alle, die in Kirche und Diakonie arbeiten, auch Nichtchristen, müssen sich in der Mitarbeitendenvertretung engagieren können. Das sehen einige unserer Mitbewerber anders.

Lebhaft war die Diskussion am 12. November im Gemeindesaal der Bonhoefferkirche in Ostfildern-Parksiedlung. Bei homosexuellen Paaren gilt für die Kandidaten von „Lebendiger Gemeinde“ und „Kirche für Morgen“: Eine gottesdienstliche Begleitung ist beschlossen, aber dabei bleibt es auch. Dagegen sagt Christoph Schweizer: "Wenn man Luthers Argumentation zum Verständnis der christlichen Trauung weiterdenkt, dann würde Luther heute wohl für die Trauung homosexueller Paare eintreten. Denn für ihn galt: Die eigentliche Eheschließung gehört als "weltlich Ding" aufs Rathaus. Deswegen darf die evangelische Kirche einem Paar, das sich auf dem Standesamt bürgerlich getraut hat, den Segen nicht verweigern, wenn es ernsthaft darum bittet." Und Ulrike Sämann betont: „Die Offene Kirche vertritt die absolute Gleichstellung homosexueller Paare.“

Am 14. November ging es im Diakonieladen Bernhausen um Armut und Diakonie. Wie erleben wir in den Kirchengemeinden Armut und wie können wir die Wahrnehmung schärfen? Soll die Kirche sich bei der Schaffung von preiswertem und familienfreundlichem Wohnraum beteiligen? Wir von „Christen miteinander“ finden: Ja. Nicht, weil wir denken, dass wir den Immobilienmarkt revolutionieren können. Aber wenn die Landeskirche einen Teil ihrer millionenschweren Rücklagen in günstigen Wohnraum investiert, kann sie ein wichtiges Zeichen setzen.
Weitere Frage: Auch in der Diakonie sind die Fachkräfte knapp. Sollen mehr Menschen, die keiner Kirche angehören, in diakonischen Einrichtungen arbeiten dürfen? Wir finden: Ja. Im Wahlprogramm von „Evangelium und Kirche“ steht, es brauche einen „konstruktiven Diskurs darüber, wie das evangelisch-diakonische Profil mit einer Mitarbeiterschaft gestaltet werden kann, in der nicht mehr alle der Kirche angehören“. Das heißt im Umkehrschluss: Für das evangelische Profil einer Einrichtung ist es nicht zwingend notwendig, dass alle Akteure evangelisch sind.

Dialogische Kirche, in der "Raum ist für Menschen mit kritischen Fragen"

Am Schluss hatten wir jeweils die Chance, Wahlwerbung in eigener Sache zu machen.
Ulrike betonte: Ihr ist eine weite Kirche wichtig, eine Kirche, in der Raum ist für Menschen mit kritischen Fragen. Zweitens: Sie kennt sich auf allen Ebenen kirchlicher Arbeit aus (Gemeinde, Bezirk, Landeskirche). In ihrer ersten Zeit hat sie als Synodale viel gelernt, das gibt ihr Kompetenz für die zweite Legislaturperiode. Und schließlich sagte sie: „wem es wichtig ist, dass Frauen in der Landessynode sind, muss mich wählen.“
Christoph sagte: "Ich will eine dialogische Kirche, eine Kirche, die hinhört, eine Kirche, die hinschaut." Oft werde von „Verkündigung“ als kirchlicher Auftrag gesprochen. Aber Verkündigung werde viel zu oft als Einweg-Kommunikation verstanden. Eine dialogisch aufgestellte Kirche bringe dagegen das Evangelium ins nachbarschaftliche Gespräch und in den gesellschaftlichen Diskurs ein. Kirche sei dann stark, wenn sie sich gut vernetze.

(Foto: Günter Wagner)

Persönlichkeit stärken – und wie! (Rückblick 14. Oktober)

Am 14. Oktober haben wir im Esslinger Gemeindehaus am Blarerplatz einen öffentlichen Gedankenaustausch veranstaltet. Bei der Veranstaltung „Persönlichkeit stärken – und wie!“ ging es um den Beitrag der evangelischen Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche.

Pfarrer Thomas Ebinger plädiert dafür, Social Media im Konfirmandenunterricht einzusetzen und mit den Jugendlichen zu reflektieren, was gute Beziehungen ausmacht. Social Media seien oft gnadenlos, weil das Netz nichts vergesse und weil Jugendliche mit einem Mausklick andere aus Gruppen ausschließen könnten. Die Konfirmandenarbeit müsse insgesamt einladender und missionarischer gestaltet werden. Stadträtin Annette Silberhorn-Hemminger hatte ihre Söhne gefragt, was für sie guten Konfirmandenunterricht ausgemacht habe. Für sie seien gute Gemeinschaftsaktionen wichtig gewesen. Und sie hätten es cool gefunden, dass die Gruppe über Social Media vernetzt war.

Kindergarten-Lesepatin Katja Spieth liest im Kindergarten biblische Geschichten vor, als bewussten Kontrast zu den allgegenwärtigen elektronischen Medien. Die Kindergartenleitung Andrea Heuser erzählte von der Herausforderung, im Kindergarten mit immer weniger evangelischen Kindern ein evangelisches Profil zu pflegen und den Kindern von Gott zu erzählen, der sie lieb hat. Janina Mangelsdorf macht seit zwanzig Jahren Kinderkirche in Stuttgart-Degerloch. Sie stellte ihr Projekt Teeniekirche vor und berichtete, dass jugendliche Mitarbeitende bei der Stange bleiben, wenn sie mitreden und mitgestalten können. Landeskinderkirchpfarrer Frank Widmann beobachtet, dass die Kinderkirchlandschaft immer vielgestaltiger wird und man vor Ort schauen müsse, was dran ist. Eines ist klar, so Widmann: „Krippenspiele gehen immer.“

Unsere Landessynodale Ulrike Sämann (Christen miteinander / Offene Kirche) berichtete, was die Landessynode konkret für die Stärkung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tun kann. Ihr Mit-Bewerber und „Talk-Pfarrer“ Christoph Schweizer (Christen miteinander / Evangelium und Kirche) moderierte das Gespräch. Geniale Musik hat Stefan Schwarzer auf dem Flügel gemacht

Foto: Andrea Heuser - Katja Spieth - Dr. Thomas Ebinger - Janina Mangelsdorf - Christoph Schweizer - Ulrike Sämann - Dr. Annette Silberhorn-Hemminger - Frank Widmann (Foto: Henriette Scherrieble)

Veranstaltung in Echterdingen: Michael Blume machte Mut

"Ich glaube nicht, dass der Antisemitismus die Oberhand gewinnt", sagte Dr. Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte des Landes, beim Vortragsabend "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" am 7. Oktober in Echterdingen. Zwar radikalisierten sich viele Antisemiten, auch im Internet. Aber die Mehrheit der Bürger stehe Jüdinnen und Juden zur Seite und setze sich für die freie Gesellschaft ein. Danke für einen klugen und ermutigenden Vortrag! Organisiert und veranstaltet wurde der Abend von uns und unseren Unterstützern = Christen miteinander.

Foto: Selfie mit Michael Blume (Mitte), Ulrike Sämann und Christoph Schweizer